1951
Die Geburtsstätte

Das Bad war ein Industriebau in Luzern, eine „Insel“ auf der Reuss, von der Mitte der Spreuerbrücke aus erreichbar. Im letzten Jahrhundert wurde dort Spezialstahl für den Export gegossen. Von 1910 bis 1960 dienten die Öfen zur Beheizung von Wannenbädern für jene Stadtbewohner, deren Altbauwohnung kein eigenes Bad hatte.

Ab 1951 wurde die Hälfte des Langbaues von Handwerkern und Künstlern als Atelier oder Werkstatt genutzt. Die Badi war auch der Ausgangspunkt für die ersten Leuchten von R+R Baltensweiler woraus später die Kollektion Baltensweiler entstand.

1952
Type 600 Modell 51

Die ein Jahr zuvor für den Eigenbedarf entwickelte Type 600 Modell 51 Leuchte findet bei vielen befreundeten Architekten anklang. Eine erste Serie mit 10 Stük wird produziert.

1956
Manufaktur im Chalet

Werkstatt und Wohnraum müssen getrennt werden, denn einerseits werden die Leuchtenserien immer größer und andererseits ist aus dem Paar eine Familie geworden. Zwei kleine Kinder, später vier brauchen ein geeigneteres, sicheres Umfeld.

Das neu gekaufte Chalet in Ebikon, am Stadtrand von Luzern, wird diesen Bedürfnissen angepasst. Im Kellergeschoss entsteht eine Werkstatt, im Estrich ein Atelier, dazwischen liegt die Wohnung. Die Werkstatt wird von Rico in seiner Freizeit geleitet und von Rosmarie mit zwei Mitarbeitern betrieben.

1959
Leuchtenserie für Knoll International

Im Auftrag des Einrichtungshauses „Knoll International“ entsteht eine neue Leuchtenreihe. Mit drei verschiedenen Leuchtmitteln, einer Spot,- Soffiten,- und einer normalen Glühlampe sind neun formverwandte Leuchtenvarianten mit unterschiedlicher Lichtwirkung möglich. Reflektor und Leuchtengestänge sind trennbar, damit wird eine minimale Verpackungsgrösse der exportbestimmten Leuchten erzielt

1962
Pentarkus Leuchte gewinnt Globus Wettbewerb

Das Schweizer Premium Warenhaus Globus versucht mit einem Wettbewerb die „gute Form“ ins Warenhaus zu holen. Die Arbeitstischleuchte Pentarkus gewinnt das Rennen und wird dort einige Jahre die bestverkaufte Leuchte.

Für Baltensweiler ein zwar ideeller Erfolg, der gesteigerte Umsatz mit der kleinen Gewinnmarge jedoch wird für den Kleinbetrieb mit seinen nunmehr 8 Mitarbeitern zum Kapazitäts- und Finanzproblem.

1965
Erste repräsentative Lichtplanungen

1965 bis 1975 wird der Kleinbetrieb in Ebikon mit zahlreichen Lichtplanungsaufgaben für öffentliche Bauten im In- und Ausland betraut. Diese Beleuchtungsaufträge, die eine enge Zusammenarbeit mit den jeweiligen Architekten fordern, sind nicht immer kostendeckend. Sie machen sich aber dadurch „bezahlt“, dass Marktlücken sichtbar werden. Gleichzeitig sind sie stetiges designerisches Training. Sie bringen zudem immer wieder neue Anregungen, die in die Leuchtenserien einfliessen.

Beispiele: Bahnhofrestaurant im alten Bahnhof Luzern, Aula der Van Leer-Foundation in Jerusalem, Theater (Bild) und Kunsthaus Luzern , Schauspielhaus Zürich.

1972
Pionierarbeit mit Halo 250

Die für die Autoindustrie neu entwickelten Halogenscheinwerfer mit Niedervoltspannung bringen Fahrt in den Leuchtmittelmarkt. Halogenbrenner verändern auch das Design der Heimbeleuchtung.

Rico und Rosmarie Baltensweiler wählen als erste Schweizer Hersteller den Hochvolt-Halogenstab für ihre neue Leuchten-Entwicklung. Bald stellt sich heraus, dass dieser Entscheid „goldrichtig“ ist. Die lichtstarke Halo 250 erobert sich rasch ihren Platz im Wohn,- und Arbeitsbereich.

1974
Ehemalige Vermicelle-Werskatt wird zum neuen Standort

Ein Wettbewerbserfolg sowie ein erweitertes Sortiment machen Rico‘s ungeteiltes Arbeitsengagement notwendig.
Nach dem Kauf des Nachbarhauses wird die bereits bestehende Werkstatt des früheren Besitzers vergrössert. Die dazu gehörige Wohnung wird zur Leuchtenmontage modifiziert.

Patchworkmässig folgt schliesslich 1974 eine weitere Bauphase. Die ehemalige Vermicellewerkstatt eines Confisseurs wird durch einen Anbau erweitert, der Dachstock verlängert und zu einem geräumigen Atelier umfunktioniert. Am Umbau ist nicht nur die ganze Familie, sondern auch ein Teil der Mitarbeiter beteiligt.

1984
Manhattan macht die Leuchtstofflampe salonfähig

Während Jahrzenten hat die Leuchtstofflampe im Wohnbereich keine Bedeutung erlangt, und dies zu Recht. Das Schattendasein des FL-Lichtes ist jetzt jedoch nicht mehr gerechtfertigt.

Kompaktere Röhren, grosse Lichtausbeute, lange Lebensdauer, bessere Farbwiedergabe und flimmerfreies Licht mit elektronischen Vorschaltgeräten machen dieses Leuchtmittel „salonfähig“.

Eine Herausforderung an die Designer: weg von der heissen Birne.

Die MANHATTAN ist die erste Stehleuchte mit Fluoreszenzlampe und elektronischem Vorschaltgerät (EVG) für den Wohnbereich. Die Idee, Lochblech als Reflektor einzusetzen, um damit eine brillante Lichtwirkung zu erzielen, ist neu und führt zu neuen Leuchtentypen und neuen
Beleuchtungskonzepten.

1985
Rico Baltensweiler erhält den Kunstpreis der Stadt Luzern

Auschnitt aus Rico Baltensweilers Dankensrede:

An sich gibt es den „Designer“ schon seit es die Seidenindustrie gibt. Er hat Jahr für Jahr eben neue „DESSINS“ kreiert, Modetrends aufgespürt und gesetzt. In dem Masse wie die Gegenstände unseres täglichen Lebens industriell gefertigt wurden, entstand im Zuge der Spezialisierung der umfassendere Begriff des „Industrial Designers“. Seine Produkte hatten den Erfordernissen von Werkstoff, rationeller Herstellungsmethode,

Funktion und formaler Ausstrahlung zu genügen. So war die Welt in den 60er und 70er Jahren in bester Ordnung und die sogenannte „gute Form“ schwamm oben auf.
Von der Industrie eben gerade aufgegriffen und rasant verwirklicht, rückte diese „gute Form“ in bedrohliche Nähe von „Uniform“. Architekten, Urbanisten und Designer besannen sich auf die anregende Vielfalt eines gewachsenen
Quartiers, auf den Wert des Nutzlosen. Die Flucht ins Rustikale ist uns allen noch
gegenwärtig.

1987
Ein Denker in Licht, ein Asket der Gestaltung

Vorgestern Dienstag starb in seinem Heim in Ebikon im Alter von 66 Jahren der Lampen-Designer und Beleuchtungsspezialist Rico Baltensweiler. Seit über 30 Jahren entwarf und fabrizierte der gebürtige Zürcher im Luzerner Vorort Leuchten, die durch ihre hohe Ästhetik und Funktionalität bereits zu Klassikern geworden sind.

Werner Hunziker, Architekt in Luzern würdigt als Freund des Verstorbenen dessen Persönlichkeit und Schaffen. Mit dem völlig unerwarteten Hinschied von Rico Baltensweiler verliert Luzern eine der markantesten Künstlerpersönlichkeiten. Ein Designer von Leuchten, Lichtinstallationen, ein Denker in Licht, somit auch ein Naturwissenschafter, der stets auf der Suche nach einer gesamtheitlichen Philosophie war, und zwar konsequent - so lebt der Verstorbene in der Erinnerung. Auch als Asket im Leben und in der Formgestaltung, die geprägt ist von Schlichtheit und Zurückhaltung..... Rico Baltensweiler war ein intensiver Frager, der mehr nach innen als nach aussen schaute. Ein Sucher, der sich bemühte, gesellschaftliche Prozesse zu verstehen..... Ausschnitte aus der Grabrede: Rico war ein Naturereignis, ihm beizukommen, ihn einzufangen in Worte, auch rudimentär - auch nur skizzenhaft seiner habhaft zu werden ist ausgeschlossen.- Aspekte, Tupfen , Facetten, Stacheln, Details.Der Nachruf von Werner Hunziker, gestern in der Zeitung, war sehr gut.
Heftig war er, jawohl, widersprüchlich auch - aber aufrichtig, spontan, verlässlich und innerlich voller Geschichten. Wer erinnert sich nicht der Episode wo Rico 2 Giraffen von Neapel nach Kuala Lumpur gebracht hat? Als eine von ihnen mitten im indischen Ozean starb, da weinte Rico.Als er den Kunstpreis der Stadt Luzern erhielt, gab er diesen den Spielleuten weiter. Oder die ungeheuerliche Geschichte als Rico ein Haarwuchsmittel erfinden wollte?
Aber eben, alles was man aufzählen mag, sind nur Aspekte von Ricos komplexer Persönlichkeit....
Rolf Brem

1990
Baltensweiler im Museum für Gestaltung Zürich

Das Museum für Gestaltung in Zürich nimmt die Leuchten Type 600, Type 60, Aladin, Wesir, Kalif und die Halo in ihre Sammlung auf.

1996
Glasklarer Neubau

Mitte der 90-er Jahre platzt der Betrieb aus allen Nähten. Die Produktion in den beiden Chalet‘s ist an Grenzen gestossen. Ein Verbindungsbau wird geplant. Der Erfolg von Halo und Aladin ermöglicht den Kauf des Nachbargrundstückes. Ein Brand auf diesem Grundstück zwingt zur sofortigen Umsetzung des Projektes von Oliver Schwarz (Architekt). Die Planung der Einrichtung und Haustechnik erfolgt durch Rosmarie, Gabriel und Karin.
Neu angeschaffte und alte Maschinen müssen ihren Platz finden. Der glasklare, helle Bau und die transparenten Strukturen erzeugen ein neues Betriebsklima.

2000
Erste Light & Building Teilnahme

BALTENSWEILER präsentiert erstmalig auf der weltgrössten Messe für Licht die Produkten Neuheiten.

2001
50 Jahre Baltensweiler Jubiläum

Das 50-jährige Jubiläum wird mit einem 3-tägigen Fest mit Kunden, Lieferanten, Mitarbeitern, Freunden und Verwandten gefeiert.Bei diesem Anlass werden auch die Tischleuchten PINA und PINO erstmals präsentiert.

2003
Startschuss LED mit ZETT

Bereits 2003 legten wir mit der kleinen kompakten Leuchte ZETT, den Startschuss für das bis dato im Wohnraum unbekannte Leuchtmittel LED.

2005
TOPOLINO Leuchtenfamilie

Unser Mitarbeiter und Designer Lukas Niederberger entwickelt aus Elementen von PENDOLNO die neue Leseleuchte TOPOLINO. Das einfache prägnante Design der stufenlos höhenverstellbaren TOPOLINO überzeugt. TOPOLINO WUP / WAP und TOPOLINO T ergänzen die Leuchtenfamilie

2007
LET Leuchtenfamilie

Der Erfolg von ZETT und zunehmend effizientere Leuchtdioden (LED) motivieren und bekräftigen die Entwicklung voll auf LED zu konzentrieren. Mit LET beginnt eine neue LED Leuchtenfamilie.

2009
LET D

Nach und und nach entsteht die Leuchtenfamilie LET bestehend aus Tisch- , Steh. und Hängeleuchte LET D. Die tiefe Stomspannung der LED erlaubt neue Konstruktionen wie das stromführende Kugelgelenk, Teleskop und der Magnetkontakt.

2010
PINA LED Leuchtenfamilie

Mit der PINA LED wird das Halogenmodel für das Leuchtmittel LED weiterentwickelt. Die vier Power-LED mit 10 Watt Leistungsaufnahme entsprechen einer herkömmlichen Halogenlampe mit 60 Watt.

2011
60 Jahre Jubiläum

Am 1. Oktober feierten wir mit einer Raddampferfahrt auf dem Vierwaldstättersee und einem Dinner mit Abendprogramm im Hotel Schweizerhof, das 60 jährige Jubiläum. Mit einer Hommage an Edisons Glühbirne und die zeitgleich jubilierende Type 600 Mod. 51. realisierten wir eine limitierte Re-Edition der Type 600 und produzierten einen Jubiläums Film.

2013
LYS – Patumbah

Für das Objekt Villa Patumbah in Zürich (CH), des schweizerischen Heimatschutzes, wird eigens die LED Stehleuchte LYS Patumbah entwickelt.